Was ist in 300 Tagen an Handicap Verbesserung möglich?

Sebastian Kübler arbeitet als Fully Qualified Teaching Professional in Heilbronn Hohenlohe. Im folgenden beschreibt er die großartige Entwicklung eines seiner Schüler, der von dem Golfclub zum „Rookie of the Year“ gewählt wurde. 

a/bildmaterial/fotos/aktuelles/140106/sebastian-kuebler-unterricht.jpgEin gutes Beispiel ist einer meiner Schüler, der sich konsequent an seinen Trainingsplan gehalten hat. Er hat im Juni 2012 mit dem Golfen begonnen und infizierte sich direkt mit dem Virus „Golf“ . Er buchte im Rahmen einer Golfeinsteiger- Aktion zehn halbe Unterrichtsstunden. Die ersten beiden Trainingssessions haben wir als doppelte Einheit geplant. In diesen wurden gezielt die „technischen“ Grundlagen geschult: optimaler Griff, Grundbewegungen sowie die Ansprechposition (Position, welche der Spieler einnimmt, bevor er seinen Schlag durchführt).

In den ersten 50 Minuten haben wir das „lange Spiel“ trainiert, in der zweiten Trainingseinheit am darauffolgenden Tag, wurde dann das „kurze Spiel“ in den Fokus genommen. Hier waren die Inhalte einerseits das Putten und andererseits das Chippen, wobei das Hauptaugenmerk hierbei beim Putten lag, da man auch aus vielen „Chippsituationen“ noch Putten kann, vielmehr sollte.

Vier von zehn betreuten Trainingseinheiten waren so schon innerhalb von zwei Tagen genutzt. Der Schüler ist jedoch nach dem Unterricht nicht direkt weggefahren, sonder ist nach einer kleinen Pause an den Ballautomaten gegangen, hat sich 30 Bälle gezogen und diese innerhalb einer Stunde geschlagen.

30 Bälle in 60 Minuten? Das heißt ja pro Ball zwei Minuten Pause. Nein, denn zu jeder Trainingseinheit gibt es Hausaufgaben.

Nach der ersten Stunde waren das Griffroutine sowie Bewegungsübungen ohne Schläger und ohne Ball, dann mit Schläger aber ohne Ball und erst danach hat er sich den Ball „verdient“. Ich muss gestehen, dass dies viel Konsequenz, Disziplin und Zeit erfordert, wird aber belohnt. Das Gleiche hat der Schüler dann auch nach seiner zweiten Unterrichtseinheit, die des kurzen Spiels, gemacht. Direkt nach dem Unterricht eine kleine Pause, dann wieder zurück auf das Puttinggrün, Bewegungsübungen ohne Schläger ohne Ball.

Nachdem er sich dann 30 Minuten auf dem Puttinggrün zum Putten aufgehalten hatte, wechselt er den Schläger und machte sich dann an das Chippen. Die Einheit des Chippens beinhaltete die zwei wichtigen Chips, die ein Beginner in seinem Repertoire haben sollte. Zum einen ist das ein hoher Chip mit dem PW und zum anderen der flache Chip mit einem Eisen 7. Diese zwei Varianten übte er jeweils eine halbe Stunde.

Nachdem er das kurze Spiel erledigt hatte ging es auf die Driving Range zum langen Spiel. Er wiederholte nochmals das, was er auch schon in seiner letzten Übungseinheit gelernt hatte.

Nach einem Tag Pause haben wir uns wieder zum Unterricht getroffen. Trainingsinhalt der dritten Einheit, diesmal aber nur 25 Minuten, war der Pitch. Auch hier ging es zunächst um die Basics: Set-Up, Ballposition und Bewegungsumfang/-ablauf. Zuerst wurde mit dem SW trainiert und die letzten Ballkontakte wurden noch mit dem PW ausgeführt. Nach der Unterrichtseinheit ging das Spiel praktisch wieder von vorne los. Das gelernte auf dem Pitchinggrün für 30 Minuten wiederholen, anschließend für ca. 30 Minuten auf die Driving Range und zum Abschluss nochmal auf das Puttinggrün zum Putten und Chippen, jeweils 30 Minuten. Am folgenden Tag haben wir uns zum Unterricht für 25 Minuten getroffen, um am langen Spiel zu arbeiten und die Bewegungen zu verbessern. Die letzten fünf Minuten habe ich ihm einen Driver gegeben mit der Anweisung, den Ball weiter links im Stand zu schlagen und aufgrund der größeren Kräfte, die auf ihn wirken, sich auch etwas breiter zu stellen, etwas breiter als Schulterbreit. Nach fünf Probeschwüngen hat er seinen ersten Ball aufgeteet und wollte diesen über das 200 Meter Schild schlagen. 50 Meter hat der Ball zurückgelegt. Die Ernüchterung war groß .Für die nächste Einheit stand der Inhalt schon fest. Diese Einheit wurde wieder zu einer 50 Minuten-Einheit in der es zum einen um den Drive ging und zum anderen um den Bunkerschlag, der nur kleine Abweichungen von dem erlernten Pitch hat.

Der Schüler hat nun alle Schläge kennengelernt und kann diese selbständig üben. Die übrigen vier Trainingseinheiten waren sogenannte TüV- Einheiten bei deinen die Technik überprüft und optimiert wurde. Darüber hinaus wurden für die Optimierung wieder Hausaufgaben festgelegt. Unser erstes Ziel war schnell erreicht. Die Platzreife.
Da der Schüler dreimal Pro Woche jeweils circa drei Stunden trainierte, konnte ich ihn beobachten und ihm bei Auffälligkeiten kleine Tipps geben.

Zusätzlich zu seinem eigenen Training, welches jeweils aus 30 Minuten-Sessions bestand, besuchte er mich alle 14 bis 21 Tage. Was bedeutet, dass zwischen jedem Unterricht in der Regel 18 Stunden eigenes Training lagen. Die Trainingstage sahen im allgemeinen, wie in der Tabelle dargestellt, aus. Hierbei wurden die Reihenfolge und der Trainingsinhalt variiert.

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Drivingrange hatte der Schüler die Aufgabe, verschiedene, zuvor festgelegte, Korridore zu treffen. Drei von sieben Tagen einer Woche waren so mit Training auf demSehr schnell hatte der Spieler so seine Bewegungen im Griff und die Trainingsinhalte konnten dann vom technischen Aspekt in der spielerischen gewandelt werden. Hierbei lagen die Schwerpunkte beim Putten und Chippen bei der Längenkontrolle und auch beim Pitchen musste er Korridore treffen. Das Bunker-Training hatte anfangs einen sehr großen Korridor, der Ball muss mit dem ersten Schlag auf das Grün. Auf der

übungsgelände gedeckt, zudem schaffte er es noch an zwei weiteren Tagen jeweils 9-Loch spielen zu gehen. Ende September war unser zweites Ziel erreicht: HCP 25.

Schnell wurde es Winter und es gab somit keine Turniere mehr. Winterpause? Nein! Den Winter haben wir genutzt, um die Bewegungen noch einfacher und kompakter zu gestalten, um so eine höhere Genauigkeit in den Schlägen zu bekommen. Hierfür gab es sehr viele Bewegungsübungen ohne Schläger, aber auch mit Schläger, allerdings ohne Ball. Diese Bewegungsübungen konnten auch zu Hause ausgeführt werden. In den Frost- und Schneephasen gab es nur bedingt die Möglichkeit das kurze Spiel zu üben, da die übungsgrüns gesperrt waren. Das Putten haben wir mit Hilfe des SamPuttLab, einem Analysegerät, welches mit Ultraschall arbeitet, verbessert. Zunächst wurde analysiert und auf der Grundlage des Analyseergebnisses Hausaufgaben zu den Teilbereichen, die verbessert werden mussten, erteilt. Diese Aufgaben konnten leicht zu Hause durchgeführt werden. Pro Woche wurden zwischen 7 und 12 Stunden Training eingeplant. So konnten wir uns im gesamten Winter stetig verbessern und im darauf folgendenFrühjahr erfolgreich in die Saison starten.

Das erste Turnier hatte noch nicht das Ergebnis gebracht, welches wir uns vorgestellt hatten. Möglicherweise waren auch die Erwartungen einfach zu groß. Die kommenden Turniere wurden dann mit einer höheren Gelassenheit angegangen und bei jedem Turnier, mit zwei Ausnahmen, wurde eine Handicapverbesserung realisiert. Auf dem Trainingsprogramm standen viele spielorientierte Aufgaben auf dem Übungsgelände sowie auf dem Platz. Zum Unterricht haben wir uns im 14 Tage Rhythmus getroffen, um Einzelheiten, die die Technik sowie Taktik betreffen, zu besprechen. Das Taktik-Training fand auf dem Platz statt.

Hier werden viele Spielsituationen simuliert. Situationen von denen der Spieler berichtet hatte oder Aufgaben die ich ihm gestellt habe. Nach den Clubmeisterschaften war das Jahresziel erreicht! HCP 10!

Sein weiterer und umfangreicher Wintertrainingsplan wird sich stark an einem von Mark Mattheis entworfenen Plan orientieren. Vielen Dank, Mark, für die Bereitstellung und den Informationsaustausch.

Wer also mit dem Golfen beginnt und schnell besser werden will, muss, wie bei allem anderen, viel Zeit und Disziplin mitbringen.

Viel Spaß beim Üben.
Sebastian Kübler

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